Neues Video: “Leise rieselt der Staub”

Wir treten mit einem neuen Video an. Hier ist “Leise rieselt der Staub”:

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Neues Video: “Leise rieselt der Staub”

Wir haben ein neues Video am Start: “Leise rieselt der Staub”.

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Gelegenheitsgedicht II: Die Schöpfung

Die Schöpfung

Unterm Tuch sprießen zwei Knospen
Wollen prall vom Leben kosten
Ein Bach aus Tränen trennt die Berge
Fließt hinab, dass Feuchte werde

Die Natur hat’s eingerichtet
Dass Fauna gern die Flora sichtet
Es ist die Art fast aller Wesen
Ein Beta-Tier sich aufzulesen

Können sich zwei vortrefflich riechen
Woll’n sie im Dunkel sich verkriechen
Eine Grotte bietet Wärme
Auf dass der Schnee sich flink entferne

In der Ferne prangt ein Pfosten
Ein wilder Sturm nähert sich von Osten
Das Feuer lodert tief im Westen
Schwerer Regen löscht am besten

Wenn in der Hitze Flocken fallen
Wenn Tropfen werden zu Kristallen
Wenn im Wald es trotzdem brennt
Vollzieht sich, was man Schöpfung nennt


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Gelegenheitsgedicht: Mutter Erde

Mutter Erde

Die Nadel dort im Seismographen
Deutet leichte Schwingung an
Und die Messung soll entlarven
Was der Mensch nicht fühlen kann

Sichtbar wird in nackten Zahlen
Dass Mutter Erde niemals ruht
Sie liegt wach und stellt sich schlafend
Bis sich in ihr regt die Wut

Tief im Innern brodelt Ärger
Über töricht Menschenbrut
Mutter Erde ist doch stärker
Deckt ihre Haut mit heißem Blut

Die Zeit heilt dann die Wunden aus
Nimmt Parasiten in sich auf
Und im Schorf wird eingeschlossen
Was als Unglücksquell sich hat ergossen

Was vorher Grün weicht tristem Grau
Und der Himmel strahlt statt blau
In einem roten Neonmeer
Und schwarze Wolken hängen schwer

Aus Mutter spricht ein flammend Schmerz
Sie zeigt uns kalt ihr glühend Herz
Hat schon lang ihr Leid geklagt
Hat ihrer Kinderschar entsagt

Über “Elixier”

Wir machen als Band keine besonders harte Musik. Und doch ist „Elixier“ ein Ausreißer. Das Stück ist deutlich seichter als die meisten anderen Songs. Echte Balladen hört man eher selten von uns. „Elixier“ ist eine solche Ausnahme. Im Grunde ist es ein klassisches Liebeslied. Wir bedienen hier aber nicht den typischen Herz-Schmerz-Ansatz. Der Text ist durchaus positiv, vielleicht sogar optimistisch, hat aber trotzdem einen doppelten Boden, der nicht auf die Liebe Bezug nimmt. Das hat sich beim Texten einfach so ergeben und war weniger eine bewusste Entscheidung. Bob Ross würde von einem „happy accident“ sprechen.
Auch die jetzige Instrumentierung des Stückes ist das Produkt eines Zufalls. Die Nummer war ursprünglich sehr reduziert angelegt. Der Gesang wurde nur von einer Akustik-Gitarre und einer sehr sanften Rhythmus-Gruppe begleitet. Dadurch entstand so etwas wie Lagerfeueratmosphäre. Das wäre auch kein Nachteil gewesen, allerdings hat der Song irgendwie „nicht funktioniert“. Es passierte zu wenig, alles klang unfertig. Außerdem lag das Arrangement weit außerhalb dessen, was für Eisenhertz charakteristisch sein soll. – Wenn man das so sagen darf…
Wir arbeiteten also zunächst an anderem Material weiter. Irgendwann spielte Rocco am Piano die Akkorde von „Elixier“ und fing an zu improvisieren. Da die Harmonie sehr simpel ist, gab es sehr viel Spielraum für Ideen, Muster und Verzierungen. Dabei entstand ganz allmählich die Idee, das Stück opulenter zu gestalten als es ganz früher mal gedacht war. Man hätte sicherlich auch eine weitere Piano-Ballade kreieren können. Das wollten wir aber nicht, weil es so etwas in der Musik schon etwa eine Million Mal gibt.
Der radikale Gegenentwurf war also plausibler. Und wenn man schon dick aufträgt, dann doch bitte auch richtig: Nun beginnt die Nummer mit Violinen und Cello, der Gesang wird zusätzlich von einer Nylon-Gitarre unterlegt und ein sanfter Synthie-Sound tritt aus dem Hintergrund hervor. Erst ab dem ersten Refrain kommt das Klavier zum Einsatz, außerdem ein Schlagzeug; später sind auch verzerrte Gitarren zu hören. Der Song steigert sich von vorn bis hinten kontinuierlich.
Insgesamt kann man das Arrangement vielleicht sogar als etwas kitschig bezeichnen. Das muss aber nicht unbedingt ein Nachteil sein. Den Rest mögen die beurteilen, die den Song hören…

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Historisches, Teil I

Eisenhertz sind ein Zufallsprodukt. Es gab schon Musik bevor es die Band gab. Sie entstand einfach so, nebenbei. Wir hatten uns bereits in ganz unterschiedlichen Projekten ausprobiert, spielten alles von Metal bis Techno, kannten uns auch und verstanden uns gut. Allerdings hatten wir nach einigen negativen Erfahrungen gewisse Vorbehalte dagegen, wieder einer Band beizutreten.
Bands müssen sich immer einigen und Kompromisse finden. Nicht alle Ideen der Mitglieder werden umgesetzt und werden Teil neuer, gemeinsamer Songs. Alles ist immer auch damit verbunden, sich gegen andere durchsetzen zu müssen. Das ist eigentlich auch völlig in Ordnung, kann aber auch sehr anstrengend und sogar lähmend werden. Das ist spätestens dann der Fall, wenn die viel besagten „musikalischen Differenzen“ auftreten und die Vorstellungen darüber, wie die Musik zu klingen hat, auseinander driften. Solche Situationen treten mitunter auf. Das ist nicht zu ändern, es nervt aber.
Wir waren unzufrieden. Es gab viele Songs, die wegen diverser Querelen nicht umgesetzt und gespielt worden sind. Dabei geht es auch immer um Eitelkeiten.
Das fand ich schade. Also setzte ich mich allein zu Hause hin und nahm einige Stücke auf. Ich wollte wenigstens selbst einen Eindruck davon haben, wie die fertigen Nummern klingen würden. Parallel dazu verfolgte ich andere musikalische Projekte, die allerdings auch nicht so recht vom Fleck kamen.
Es muss in einer beiläufigen Unterhaltung gewesen sein, dass Howie von meinem Werkeln Wind bekam. Wir unterhielten uns nur beiläufig darüber. Trotzdem war sofort erkennbar, dass er über meine Machenschaften mehr wissen wollte und sich insbesondere für die „heimlichen“ Stücke interessierte. Ich drückte ihm ein Demo in die Hand und dachte mir nicht viel dabei. Umso überraschter war ich als Howie kurze Zeit später mitteilte, dass ihm das Gehörte sehr gefallen habe. Er schlug sofort vor, dass daraus mehr werden müsste und bot sich als Sänger an.
Ich war anfangs zurückhaltend, da ich eben keiner Band mehr beitreten wollte. Ich fand es allerdings auch nicht ideal, dass die aufgenommenen Stücke vielleicht einfach irgendwo verschwanden und in Vergessenheit geraten würden. In musikalischer Hinsicht waren die Songs genau das, was ich machen wollte. Der Sound entsprach meinen persönlichen Vorstellungen. Ursprünglich bestand das Ziel darin, elektronischen Klängen die Kälte zu nehmen. Ein synthetisches Gerüst wurde also mit einem echten Schlagzeug unterlegt, die Bässe sollten bewusst organisch und warm klingen. Umgekehrt trafen Gitarrenriffs auf ein atmosphärisches Umfeld. Das ist im Grunde noch immer unsere Philosophie.
Als die ersten Songs entstanden, gab es keine Band. Es gab nur Sounds und Tüfteleien. Alles andere ergab sich ganz allmählich.
Howie war ziemlich hartnäckig und plädierte dafür, das Projekt wenigstens insoweit voran zu treiben, dass die Musik durch Texte und Gesang ergänzt würde. Natürlich wiesen die Songs die typischen Strukturen auf. Es war auszumachen, welche Teile als Begleitung von Strophen geeignet waren und wo sich der Refrain anschloss, Brücken zeichneten sich ab. Es war daher nur folgerichtig, sich auf die Geschichte einzulassen und den Klängen mit Hilfe von Texten und Gesang die letzte Würze zu geben.
Ich ließ mich also überzeugen. Fortan machten Howie und ich als Duo Musik. Doch auch in diesem Stadium suchten wir noch nicht nach einem Namen für unser gemeinsames Projekt. Andere Dinge waren viel interessanter, zum Beispiel die Frage, in welcher Sprache die Texte zu verfassen seien. Wir waren uns schnell einig, dass wir beim vertrauten Deutsch bleiben wollten. Der Hintergrund bestand darin, dass ein guter Freund von mir damals mit einer Amerikanerin zusammen war. Sie amüsierte sich regelmäßig über die englischen Texte deutscher Bands, die sie überwiegend für lächerlich hielt. Zudem fand sie die Aussprache selbst bei solchen Vokabeln witzig, die eigentlich nicht als sonderlich kompliziert gelten. Einige Acts, die hier besser nicht genannt werden sollen, fand sie aber auch richtig schlimm, manchmal einfach falsch und teilweise sogar völlig unverständlich. Seitdem bekomme ich irgendwie ein Störempfinden, wenn Lena in „Satellite“ ihren Olaf, also: „Laf, O-laf“ singt.
Auf sowas wollten und wollen wir uns nicht (mehr) einlassen. Wir fühlen uns noch immer gut mit dieser Entscheidung, denn sie war richtig. Inzwischen macht es richtig Spaß, mit Wörtern, Formulierungen und Reimen zu spielen. Einen doppelten Boden und Subtexte erzeugt man verlässlich nur mit Hilfe der eigenen Muttersprache. Und eben das ist bei Eisenhertz immer wichtiger geworden…

www.eisenhertz.com
www.reverbnation.com/eisenhertz
www.last.fm/music/eisenhertz

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Über “Leise rieselt der Staub”

Wir haben uns dafür entschieden, einen weiteren Song vorzustellen. Er hört auf den Namen „Leise rieselt der Staub“. Nein, das Stück ist nicht neu, es ist sogar ziemlich alt. Ursprünglich lag dem ein englischer Text zugrunde, der mit dem Titel „Of Lion and Snake“ überschrieben war. Weil uns das schon damals nicht gefiel, entstand ein neuer Text. Fortan hieß die Nummer „Liberty“ und war noch immer in englisch verfasst. Wir gehörten also zur noch immer weit überwiegenden Masse der Bands, die sich international geben wollten. Das schlug sich auch in der Struktur des Songs nieder, von der in der jetzigen Version kaum noch etwas vorhanden ist. Wir orientierten uns damals – trotzdem wir schon immer sehr viel elektronischer waren – eher an den hymnischen Klängen des „…and Justice for all“-Albums von Metallica und waren kurzzeitig irgendwie der Meinung, dass eine Nummer, die „Liberty“ heißt in keinem Fall kürzer als 8 Minuten sein dürfe. Naja. So war das eben.

Das prägende Gitarrenriff ist erhalten geblieben; im Wesentlichen auch die Melodie. Allerdings sind ganze Parts, Brücken und Soli gestrichen worden. Daraus entstand letztendlich die jetzige kompakte Version mit deutschem Text, wie sie jetzt vorgestellt werden kann.

Selbst der deutsche Text wurde inzwischen abgeändert. Dort, wo Howie jetzt als Reim auf „Alles gefriert“ singt: „Der Boden vibriert“, sang er früher „Die Sonne verliert“. Klar, dass es dort Nachbesserungsbedarf gab. Zugleich hat das eine neue „Herausforderung“ mit sich gebracht. Bei der Aufnahme von Gesang geht es immer auch um Silbenverständlichkeit. Wenn man im jetzigen Text nur beiläufig hinhört, könnte man auch meinen, dass Howie intoniert: „Der Hoden vibriert“. Als wir das bemerkten, haben wir uns kaputtgelacht und beschlossen, dass das – natürlich – so bleiben muss. Wer statt Boden trotzdem Hoden versteht, hat unzüchtige Gedanken. Egal.

Die Struktur des Songs folgt nach wie vor nicht dem üblichen Muster. Üblicherweise beginnt man einen Song moderat, baut den Sound in den Strophen und Brücken auf und lässt soviel Steigerung zu, dass der Refrain den Höhepunkt bildet.  Wir gehen hier umgekehrt vor: die Strophen sind vergleichsweise opulent instrumentiert, dafür bleibt der Refrain einigermaßen sanft und ist weitgehend sogar vom Schlagzeug befreit. Auch dafür gibt es natürlich Vorbilder, z.B. bei „The Unforgiven“ von Metallica oder „Minor Earth, Major Sky“ von a-ha. Auch dort wird im Refrain zurückgeschaltet. So häufig kommt das in der Musik nicht vor. Wir haben versucht, in eine ähnliche Richtung zu gehen und trotzdem alles ganz anders zu machen. „Leise rieselt der Staub klingt weder nach Metallica noch nach a-ha. Und das ist gut so.

Der Song gehörte zu den ersten, die wir überhaupt aufgenommen haben. In der Euphorie haben wir ihn gleich benutzt, um ihn der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Magazin „Sonic Seducer“ startete vor einiger Zeit einen Wettbewerb namens „Battle of the Bands“, an dem wir teilnahmen (ist schon ein paar Jahre her). Damals schickten wir einfach drei Stücke, die gerade fertig waren, an die Redaktion und bekamen relativ schnell die Antwort, dass „Leise rieselt der Staub“ im Rennen sei. Das hat uns deshalb überrascht, weil wir die anderen beiden Stücke viel besser fanden. Inzwischen wissen wir, dass es durchaus größere Unterschiede darin geben kann, welche Songs von der Band selbst und den Hörern bevorzugt werden. Neutrale Ohren beurteilen die Dinge immer etwas anders. Das macht auch einen besonderen Reiz aus. Gerade deshalb sind wir auf jede Form der Resonanz immer sehr gespannt.

Jedenfalls waren wir ziemlich froh, in einer Ausgabe des Sonic Seducer – immerhin ein etabliertes Magazin – zu landen. Ein bisschen Enttäuschung machte sich breit, als wir zur Kenntnis nehmen mussten, lediglich im Rahmen einer sehr umfassenden MP3-Zusammenstellung als eine von (ca.) 100 (?) Bands aufzutauchen. Unser Song kam, glaube ich, an 59. (?) Stelle. Dort dürfte ihn kaum jemand bemerkt haben. Wir mussten ja selbst suchen. Der geneigte Verbraucher ist sicher nicht gewillt, sich hintereinander 59 Lieder von Bands anzuhören, die er überhaupt nicht kennt. Der Musik-Konsument ist anspruchsvoll und kommt gern auf seine gewohnten Lieblinge zurück. Das ist auch völlig in Ordnung. Es geht uns ja selbst so.

Neue Acts haben es schwer. Keine Chance haben sie, wenn sie an versteckter Stelle eines beliebigen Dateien-Verzeichnisses landen. Aber auch das ist kein Problem, schließlich waren ganz viele Bands mit dem Ziel angetreten, von den Leuten gehört zu werden. Insofern waren wir einfach Teil der Schicksalsgemeinschaft ambitionierter Bands, die einfach ein wenig zur Kenntnis genommen werden wollen.

Die Musiklandschaft ist traditionell breit und unübersichtlich. Das macht es für viele nicht leichter. Es gibt wenige Platzhirsche. In der Masse an Bands sind die meisten kaum erkennbar. Wer in diesem unwegsamen Terrain nur ganz kurz bemerkt wird, hat schon viel erreicht…

www.eisenhertz.com
www.reverbnation.com/eisenhertz
www.myspace.com/eisenhertz

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